Der Metzger und das liebe Vieh PDF Drucken E-Mail
Projekte - Reportagen

SWR, Reportage, Länge: 30 Min. Sendetermin: n.n.

Noch können die Bullen von Bauer Krauter ihr Futter genießen. Doch wenn die Metzgermeister Wolfgang und Ulrich Herbst den Stall besuchen, ist das Ende nah. Bulle Günther hat noch zwei Tage Galgenfrist. Dann holt Wolfgang Herbst ihn ab, pünktlich zum großen Sommerfest. Als einer der wenigen Metzgerbetriebe fährt Familie Herbst noch selbst über die Höfe rund um Besigheim. Der Birkenhof von Bauer Krauter liegt nur 5 Kilometer entfernt - kurze Tiertransporte sind einer der Vorzüge regionaler Schlachtbetriebe, wie dem der Familie Herbst.

In dem kleinen Familienbetrieb muss jeder mit ran. Wolfgang und Ulrich wählen die Tiere aus und übernehmen das Schlachten. Vater Berthold, mittlerweile schon 72 Jahre alt und ebenfalls Metzgermeister, hilft bei der Herstellung der Würste und Braten, Mutter Ursula steht im Laden hinter der Theke und Ulrichs Frau Natascha kümmert sich um das Zubereiten der Gerichte für den Mittagstisch im Restaurant „Oechsle“.

„Nur wenn alle mit anfassen und zusammenhalten, kann so ein kleiner Betrieb wie unserer überleben“, so Wolfgang Herbst. „Die Konkurrenz durch große Supermärkte ist gewaltig. Dort bekommen die Leute alles, was sie brauchen, und das zu kleinen Preisen. Aber wir versuchen, mit Qualität zu überzeugen.“

Um diese Qualität zu garantieren, halten die Brüder Herbst ständig Kontakt zu den Bauern, von denen sie die Tiere kaufen. So wissen sie ganz genau, wie das Vieh gehalten und welches Futter verfüttert wird. Auch deshalb kommen manche Kunden schon seit Jahrzehnten in den kleinen Metzgerladen in der Altstadt von Besigheim. Mit ihrem Sommerfest will sich die Familie Herbst auch in diesem Jahr bei seinen Stammkunden und Freunden für deren Treue bedanken. Die Vorbereitungen für das Fest laufen schon seit Tagen auf Hochtouren. Es soll Spanferkel, hausgemachten Kartoffelsalat, Kraut und Würste geben. Doch bevor das Spanferkel serviert werden kann, muss es erstmal geschlachtet werden. Bauer Nägele liefert die Schweine schon um 4 Uhr in der Frühe an. Wolfgang betäubt die Tiere durch einen Elektroschock – der Tod tritt dann durch Blutentzug ein. Kurzer Prozess. In wenigen Augenblicken sind alle Schweine tot. Das Zerlegen ist aufwändiger. Am Schlachttag müssen viele Helfer engagiert werden. Vor dem Weiterverarbeiten des Spanferkels prüft Tierärztin Anne Posthoff das Fleisch auf eventuelle Krankheiten.
Die Frauen kümmern sich derweil um die übrigen Gerichte, die beim Sommerfest serviert werden, denn schließlich soll am großen Tag alles perfekt sein.  

„Bei Familie Herbst geht’s halt immer um die Wurst“, so Ursula Herbst. „Und ich glaube, das wird sich in Zukunft auch nicht ändern.“